Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum braucht man keine?

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Immer häufiger findet man in dem Medien, dass man unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen muss. Nur ein Viertel der Arbeitnehmer hat eine BU abgeschlossen und in diesem Beitrag möchte ich gute Gründe dafür beschreiben. 

Versicherung zahlt oft nicht

1. Seltenes Ereignis

Wie bei jeder Versicherung handelt es sich bei Berufsunfähigkeit um ein seltenes Ereignis das nicht jeden trifft. So trifft die Berufsunfähigkeit bis zum 65. Lebensjahr ca. jeden zwanzigsten Arzt, Physiker oder Fertigungsingenieur.

Bei anderen Berufen ist die Zahl der Berufsunfähigen eines Jahrganges deutlich höher. So wird beispielsweise etwa die Hälfte der Gerüstbauer ihren Beruf nicht bis zu Rente ausüben können. Insgesamt trifft die Berufsunfähigkeit etwa ein Viertel aller Berufstätigen. (Quelle: Handelsblatt)

2. Kein hoher Schaden

Der Schaden durch Berufsunfähigkeit ist nicht hoch. Zumindest der gefühlte Schaden. Der nominelle Schaden durch den Ausfall der Arbeitskraft kann schnell eine Millionen Euro betragen (z.B. 3000€ * 12 Monate/Jahr * 30 Jahre = 1,08 Mio €). Aber wenn man die moderne Glücksforschung ernst nimmt, dann gewöhnt man sich schnell auch an extrem schlechte Ereignisse. So fühlen sich Lottogewinner und Querschnittsgelähmte sechs Monate nach dem Ereignis gleich glücklich (Quelle: Bild der Wissenschaft).

3. Hohe Prämie

Die Prämien zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind absolut gesehen sehr hoch. Solch eine Versicherung kann schnell mehrere hundert Euro pro Monat kosten.

4. Hohe Provision

Als Provisionen im Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung sind schnell 12 oder mehr Monatsbeiträge an den Vermittler zu zahlen. Die Praxis zeigt, dass Produkte mit hohen Provisionen keine guten Geschäfte für den Kunden sind – sonst wären mehr Kunden an dem Produkt interessiert und die Provision könnte kleiner sein.

5. Versicherung zahlt sowieso nicht

Die Ansprüche aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung können recht hoch sein und gehen oft in die hundertausende Euro. Viele Versicherungsgesellschaften werden zunächst grundsätzlich die Auszahlung verzögern. Sie werden jeden möglichen Grund suchen nicht zahlen zu müssen. (Quelle: Anreize.com / Handelsblatt)

Tip: Füllen Sie alle Formulare wahrheitsgemäß aus. Wenn Sie bei den Vorerkrankungen unsicher sind geben Sie besser mehr als weniger an.

Tip: Schließen Sie nicht nur einen Vertrag ab sondern bei zwei oder drei unterschiedlichen Versicherungen. So sind die Summen für die Versicherungen nicht so hoch und eine Zahlung wird wahrscheinlicher. Außerdem bekommen Sie im Falle eines Falles genügend Geld um die nicht zahlende Versicherung zu verklagen.

6. Berufsunfägigkeitsversicherungen bringen nichts

Was bringt eine BU-Versicherung, wenn der Absturz auf „Sozialhilfeniveau“ nur ins Rentenalter verschoben wird? Nichts.

Tip: Beachten Sie, dass Sie auch bei Berufsunfähigkeit für Ihr Alter vorsorgen müssen.

7. Kein Hartz 4 bei BU Rente

Tip: Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, dann mit hoher Auszahlung (ca. 80% des Netto Gehalts). Niedrige Beträge lohnen sich nicht – eine Absicherung auf Hartz 4 Niveau ist nutzlos. Also sollten Geringverdiener garkeine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

8. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht aus

Die volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer auf Grund seiner Krankheit weniger als drei Stunden am Tag einer Tätigkeit nachgehen kann. Diese kann auch eine andere Tätigkeit als die bisherige sein: Ein leitender Angestellter erhält also keinen Cent aus der Rentenkasse, wenn er zum Beispiel noch als Pförtner arbeiten kann.

Dieser Schutz ist also nur ein Minimalschutz für Arbeitnehmer. Selbstständige haben keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.

Mein Rat

Letzten Endes ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nur zu teuer. Sie können hier durch Preisvergleiche und Cashback der Provision die Situation erheblich verbessern (versicherungscashback.de). Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, wie er sich absichern will.

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